Leuchtturm Netz

Was hinter den Kulissen läuft


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Blutgeld – der Vatikan, sein Reichtum und seine Teilhabe an der Wirtschaft und anderen Institutionen

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ein Blick durchs Schlüsselloch auf den Vatikan / gefunden bei Pixabay

Es verhungern weltweit die Menschen, besonders dort, wo die katholische Kirche ihre Priester hin entsandt hat und wo der UrGlauben der Bevölkerung systematisch zerstört wurde. ….

Nun, ich weiss zwar schon lange, dass die Kirche, besonders aber die katholische Kirche mit dem Vatikan, ziemlich viel ihrer Finger in dubiosen Firmen drinhat.Doch dass es so umfangreich ist, hätte ich nicht gedacht.

 

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Völkerverständigung / Flieger kennen keine Grenzen /

Wunderbar, wische mir nach dem Lesen des Artikels als hartgesottener Mann ein kleines Tränchen aus dem Augenwinkel. Ein schönes Gefühl der Gemeinsamkeit und der Freundschaft. Achten wir trotzdem mit einem Seitenblick auf unsere Freunde aus Zion, denen ist sowas ein Dorn in ihrem Auge.

Hier der Bericht der Freundschaftsflieger:

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Die Sonne verschwindet mit letzten roten Strahlen am Horizont. Wir fliegen über unendliche Wälder und Sumpfgebiete. Nur ganz vereinzelt stehen in kleinen Lichtungen ein paar Häuser. Der Funk in unserer Jodel Capitain ist still. Manchmal kommen irgendwelche russischen Positionmeldungen von Vladimir, der vor uns in unserem russischem Führungsflugzeug, einer TL 96 Sting fliegt, durch den Äther.

Ich sehe mich um. Schräg hinter mir fliegt die Grumman von Georg und komme mir vor wie in einem Traum. Wir sind mit 20 Flugzeugen aus Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich – unterwegs in Russland.  Die Teilnehmer sind aufgeteilt in vier Gruppen und wir, eigentlich die schnellste Gruppe, sind heute die letzten. Vor uns liegt Veliki Novgorod unser heutiges Etappenziel, aber noch ist kein einziges Licht einer Stadt zu sehen.

Begonnen hat alles vor eineinhalb Jahren nach einem Flug mit unserer Jodel von Italien, übers Meer nach Hvar, einer kleinen Insel in Kroatien. Beim abendlichen Wein, diskutierten wir wiedereinmal über  Völkerverständigung und wie in letzter Zeit immer häufiger, negative Propaganda gemacht wird, gegen Länder die sich nicht dem westlichen Maßstäben unterwerfen. Speziell gegen Russland. Jeder von unserer Crew war sich einig, daß das was die Politik betreibt, nicht im Sinne der Völkerverständigung sein konnte. Niemand von den Menschen auf beiden Seiten würde das wollen. Doch was konnte man als kleiner Bürger dagegen tun? Flieger kennen keine Grenzen! So kam mir die Idee eines Frieden- und Freundschaftsfluges nach Russland. Die Aktion sollte ein Zeichen setzen, daß die Menschen auf beiden Seiten an einer Verständigung, Zusammenarbeit und Öffnung zwischen unseren Völkern interessiert sind und nicht an einer weiteren negativen Propaganda die eine Verschlechterung der Beziehungen bis zu einem kalten Krieg nach sich zieht.

Wir wollten Freunde und Gleichgesinnte finden und den Beweis erbringen, wie falsch die negativen Berichterstattungen sind, die täglich in unseren Medien gezeigt werden.

Die Idee war gut. Doch wie konnte sie verwirklicht werden? Einen VFR-Flug von privaten Flugzeugen von der EU nach Russland hat es noch nie gegeben. Jeder kennt die Geschichte um Mathias Rust, der auch aus den gleigen Gründen zwar, jedoch illegal und provokativ, unter Missachtung aller Gefahren auf dem Roten Platz in Moskau gelandet war. Unser Flug sollte offiziell, mit echtem Einvernehmen und Wohlwollen der russischen Behörden erfolgen.

Ich probierte als erstes die Kontaktaufnahme zur russischen Botschaft und zum russischem Aeroclub. Es wurde zwar als positiv wahrgenommen, jedoch passierte letztendlich nichts. Die grösste Blockade war die Sprache. Schliesslich stagnierte das Projekt bis ich Galina, die Frau meines Fliegerkameraden Hanko kennenlernte. Sie war von Anfang an begeistert von meiner Idee und sie hatte Bekannte und Freunde in Russland, die mit der allgemeinen Luftfahrt zu tun hatten. Manche davon waren in höheren Positionen im russischen Aeroclub. Über Galina und ihren russischen Freunden vom Aeroclub in Manushkino, östlich von St.Petersburg, nahm endlich die Verwirklichung meiner Idee vom Friedens- und Freundschaftsflug Gestalt an. Auch das Ziel war bekannt. Es sollte nach St.Petersburg gehen.

Ich wollte die Ausschreibung dieses Fluges nicht öffentlich machen, um eventuelle Hürden zu vermeiden und keine schlafenden Hunde zu wecken. Das Ziel war, aus vielen Ländern Europa bis zu 30 Flugzeuge zu aktivieren. Ich entwarf einen Flyer und übersetzte ihn in 6 Sprachen, einschliesslich russisch und gestaltete ein Logo. Auf der russischen Seite erfolgte dadurch eine breite Zustimmung zu dem Hintergrund der Reise und trug zu positiven Entscheidungen ganz wesentlich bei. Schliesslich meldeten sich 33 Besatzungen aus 7 Ländern Europas an. Jetzt folgte der grosse Hürdenlauf bei den russischen Behörden für eine Genehmigung des Einflugs. Ich musste mich auch bei allerhöchster Stelle im Kreml vorstellen und zusammen mit einer Beschreibung meiner Person, die Idee und Hintergründe meines Vorhabens darlegen. Lange hörte ich nichts, bis nach zwei Wochen Warten, der Briefträger die wohlwollende Nachricht aus dem Sekretariat von Präsident Putin brachte. Jetzt ging die Arbeit erst richtig los. Vorallem Galina war jetzt im ununterbrochenen Einsatz. Übersetzen, vermitteln, Route planen, Genehmigungen einholen, Zoll, Verfügbarkeit von Avgas und Mogas, Hotelreservierungen und vieles, vieles mehr. Auf der russischen Seite war es in erster Linie Vladimir Fedchenko der ebenso begeistert, wie unermüdlich an all diesen wichtigen Sachen arbeitete. So waren wir ein deutsch-russisches Orgateam in dessem Zentrum Galina stand, als Vermittlerin. Es gab viele Höhen und auch Tiefen, aber es zeichnete sich ein Erfolg ab.

Unsere Route stand jetzt fest. Unser Treffpunkt sollte im nordpolnischen Olsztyn EPOD sein. Von dort aus sollte es, schon in Gruppen nach Kaunas in Litauen gehen um den Ausflugzoll auf dem  Stadtflugplatz Darius EYKS zu machen. Danach sollte es weiter über Litauen, Lettland und Estland zum Einflugs-Flughafen in Russland Pskov ULOO. Pskov ist ein grosser militärischer Flughafen, der auch von der Zivilluftfahrt genutzt wird. Es sind dort hauptsächlich vierstrahlige Il76 Transporter stationiert. Dort würden wir von unseren russischen Freunden mit ihren Begleitflugzeugen empfangen und ab jetzt begleitet werden. Das war der grobe Plan.

Von den gemeldeten 33 Flugzeugen blieben zum Schluß, beim Abflug noch 20 Maschinen mit ihren Besatzungen aus 4 europäischen Ländern übrig. Eine nicht ganz homogene Gruppe aus den unterschiedlichsten Flugzeugmustern. Vom UL über Motorsegler, Pa18, Yak bis zur Beech Bonanza. Nicht schlecht und für die Logistik sicher etwas einfacher als 33 Flugzeuge. Es sollte ja für jeden ein schönes, unvergessliches Erlebnis werden und nicht in Stress ausarten.

Am Freitag den 20.Mai war es dann soweit! Wir mussten noch auf unseren Mitflieger Ecke warten. Er kam mit seinem alten Mercedes Heckflosse aus Berlin nach Kempten, unserem Abflugort. Die gute, alte „Victor-Romeo“, eine Jodel DR 250 Capitain, Baujahr 1966 war abflugbereit. Hans Bernd und ich  waren voll von freudiger Erwartung. Hoffentlich haben wir nichts vergessen! Noch bis Mittag war ich mit letzten Vorbereitungen beschäftigt. Prospekte in deutsch und russisch, Urkunden, Wimpel, Buttons, Tassen, Aufkleber, Banner, Gastgeschenke und ein Flugbanner mit der Aufschrift in kyrillisch „Freunde treffen Freunde“, unserem Slogan. Das Bannergeschirr nahm die Yak18T von Horst und Stefan aus Memmingen mit. Sie hatte noch den meisten Platz.

Nach einem letzten Kaffee starteten wir um 16h bei schönstem Flugwetter nach Sumperk LKSU in Tschechien. Dort wollten wir unseren Freund Antonin besuchen und in einer schönen, uns gut bekannten Pension bei Miro übernachten. Nach zweieinhalb Stunden Flug über leuchtend gelbe Rapsfelder, vorbei am Starnberger See, München, dem bayerischen Wald und Budweis, immer mit der Sonne im Rücken, landeten wir gutgelaunt in Sumperk. Das erste, wohlverdiente Bier wartete.

Beim Miro gab es die Spezialität Kartoffelpuffer mit Olmützer Quargla überbacken und wir bezahlten für den schönen Aufenthalt, Abendessen, Übernachtung und Frühstück gerademal 26 Euro!

Antonin brachte uns zum Flugplatz und vollgetankt starteten wir nach Olsztyn, unserem Treffpunkt.

Wir waren alle ein bisschen aufgeregt und voller Erwartung auf unsere anderen Mitflieger. Schliesslich kannten wir die meisten von ihnen überhaupt nicht.

Wir überflogen den Flugplatz von Olsztyn und sahen von oben, daß schon die meisten Teilnehmer gelandet waren. Wir rollten gleich zur Tankstelle und die nächste Zeit verging mit Begrüssungen und erstem Kennenlernen der Teilnehmer. Galina war mit Hanko, Christian, Tanja und Melanie mit ihren gelben Piper Pa 18 der „BL-Staffel“ in Olsztyn gelandet. Eine grössere Gruppe bildeten die Fournier Motorsegler um Patrick von der CFI (Club Fournier International) mit 6 Flugzeugen der Typen RF4, RF7 und RF5. Hubert mit seine Faeta und Werner in seiner Zodiac waren die beiden UL-Piloten.

Jetzt fehlten nur noch die Italiener. Fausto mit der RF4 aus Bozen, Guiseppe mit der selbergebauten KR2 aus Parma, Alessandro und Piero mit der RV6 aus Lonate und die Piper Pa18 von Thomas aus Jesenwang. Wir nutzten die Gelegenheit zu einem kleinen Fußmarsch um den See zu unserem Hotel. Am Abend waren alle Teilnehmer eingetroffen und nach dem ersten gemeinsamen Abendessen gab es das erste Briefing. Es musste viel geklärt, erklärt und besprochen werden.

Für den nächsten Tag wurde schon der erste Flug in 4 Gruppen, eingeteilt nach Geschwindigkeit geplant und gebrieft. Die erste Gruppe, also die schnellste Gruppe sollte mit ihrem Leader als erstes starten. So wurde die Gruppe automatisch entzerrt. Es wurde eine Quatschfrequenz eingerichtet und nur das Füherflugzeug sollte den Transponder eingeschaltet lassen. Es wurde geplant, seitlich versetzt aber in Reihe, mit genügend, aber nicht zu grossen Abstand zu fliegen, sodaß jeder jeden in Sicht behält. Dieses Prozedere war für unseren Flug über Rußland vorgeschrieben und wir nutzten die Gelegenheit dies zu üben. Die Distanz Olsztyn – Sulwaki war die Feuerprobe und bis auf Kleinigkeiten klappte es ganz gut. Nach kurzer Pause flogen wir weiter nach Kaunas. Das Wetter war perfekt. Nur kleine Cumulus sorgten für Abwechslung am Blauen Himmel.

Völlig unproblematisch zeigte sich die FIS und die Kontrollerin vom Flugplatz Kaunas. Geordnet und separiert landete jede Gruppe sicher und rollte anschliessend zum Tanken. Es gab Mogas und Avgas zu annehmbaren Preisen.

Pünklich zur vereinbarten Zeit kam Kestutis, Inhaber der Vilkas Avia in Kaunas an den Platz. Er brachte nicht nur den Bus für den Hoteltranfer mit, sondern auch die Polizei und den Zoll für unsere

Ausflugsformalitäten aus der EU. Alles klappte wie am Schnürchen und genau so gut war deswegen auch die Stimmung der Teilnehmer. Als dann am Himmel noch eine Wolke erschien, die der Friedenstaube auf unserem Logo verblüffend ähnlich sah, glaubte jeder an ein gutes Omen.

Ein gemeinsames Abendessen mit unserem freundlichen Kestutis krönte unseren ersten gemeinsamen Tag unseres  Friedensfluges. Die Zeit musste um eine Stunde vorgestellt werden und alle Teilnehmer gingen anschliessend früh ins Bett, denn morgen stand uns ein langer und anstrengender Tag bevor.

Schon um 6.30h mussten die Pässe bei der Polizei abgeholt werden und der Zoll an den Flugplatz gebracht werden. Unser zuverlässiger Kestutis erledigte alles mit wahrer Präzision.

Die langsamste Gruppe musste heute schon um 8.30h laut Flugplan als erstes starten. Sie wurde um 12h in Pskov erwartet. Das bedeutete eine Flugdauer von mindestens 3,5h für die vier Pa 18. Ein harter Ritt. Die Reihenfolge der Gruppen, aber auch die Anordnung der einzelnen Flugzeuge in der Gruppe musste genau eingehalten werden. Nicht nur die einzelnen Teilnehmer waren angespannt und nervös, auch die russischen Controller und Teilnehmer waren voll Erwartung auf das ungewöhnliche und neue Zusammentreffen von völlig Unbekanntem. Die Flughöhe musste in Russland nicht in Fuß, sondern in Meter angegeben werden und der Funk in englischer Sprache war wiederum für die russischen Controller eine Herausforderung. Pünklich konnten die vier Piper von Kaunas abheben. Es folgten im Abstand von je 45 Minuten die Gruppen 2, 3 und zuletzt unsere Gruppe 1. Unsere Gruppe setzte sich aus unserer Jodel als Führerflugzeug, der Grumman D-EHGA aus Kempten als Nr 2, der Pa 28 D-EKIK aus Hohenems als Nr 3, der Yak 18T aus Memmingen als Nr 4, der RV6 I-ASRV aus Lonate als Nr 5 und der Bonanza D-EIAW aus Eckental als Nr 6 zusammen. Wir einigten uns auf 200km/h als die Formationsgeschwindigkeit. Um 13h mussten wir starten. Wir wurden um 15.30h in Pskov erwartet.

Das Wetter war gut. Es herschten Cavok-Bedingungen. Das war für unsere Formation ein grosser Vorteil. Jeder konnte den Anderen gut im Auge behalten. Wir flogen in 3000ft ohne Umwege, gemäss unserem Flugplan bis Notar, dem Einflugpunkt nach Rußland. Die Funkverbindung mit Pskov Tower klappte hervorragend. Den russischen Controllern war weniger Geschwätz, als eine genügend lange Distanz von Flugzeug zu Flugzeug wichtig. Es durfte erst gelandet werden, wenn das vorherige Flugzeug auf der 2,5 km langen Piste abgerollt war. Ganz normal, wie bei uns! Korrekt und in richtiger Reihenfolge setzten wir, einer nach dem Anderen auf der rauhen Betonpiste auf. Alle wurden auf ihrem zugewiesenen Abstellplatz eingewunken. Die anderen Gruppen waren bereits da und warteten an ihren Flugzeugen, bis die erste Zollprozedur, durchgeführt von hübschen, uniformierten Frauen in Rock und hochhackigen Schuhen, durchgeführt wurden. Der Empfang war distanziert aber sehr freundlich und ohne große Bürokratie. Schon nach 20 Minuten waren die Formalitäten beendet.

Dann passierte etwas Unerwartetes. Nach unserer Nummer 4, der Yak 18T kam kein weiteres Flugzeug mehr am Abstellplatz an. Wir sahen noch, wie die Bonanza durchgestatete und ein Kranken- und Feuerwehrwagen Richtung Piste fuhren, die für uns nicht einsehbar war. Plötzlich kippte die euphorische Stimmung und große Befürchtungen keimten auf. Was war passiert? Nach einer schier endlos vorkommenden Zeitspanne, fanden wir unsere italienischen Freunde, blaß, aber Gott sei Dank unversehrt, im Zollgebäude wieder. Sie waren beim Abrollen mit ihrer RV6 mit dem Spornrad in einem Loch hängengeblieben. Das Spornrad wurde abgerissen. Nach einer weiteren halben Stunde wurde die RV6 geborgen und mit vielen russischen Helfern mit Hilfe eines Hubwagens zum Abstellplatz geschoben. Gleich waren einige russische Mechaniker vor Ort und boten ihre Hilfe an. Auch Werner mit seiner Zodiac hatte Glück im Unglück. Sein Hauptfahrwerk war auf Grund eines geplatzten Reifens verbogen und auch hier leisteten die russischen Mechaniker rasche und unkomplizierte Hilfe. Werner konnte nach eineinhalb Stunden Arbeit wieder rollen. Bei der italienischen RV6 von Piero und Alessandro gestaltete sich die Reperatur wesentlich komplizierter. Zwischenzeitlich waren unsere russischen Führerflugzeuge eingetroffen und Vladimir mahnte zur Eile. Es war bereits 18h und wir mussten noch zwei Weitere Flugplätze anfliegen bis zu unserem Ziel Veliki Novgorod.

Unsere italienischen Freunde wollten bis zur vollständigen Reperatur bei ihrem Flugzeug bleiben und versprachen sobald wie möglich mit dem Zug nach St.Petersburg zu kommen. Ihre RV wollten sie beim Rückflug wieder abholen. Etwas wehmütig rollten wir in unserer Gruppe zum Start. Die drei anderen Gruppen waren schon vor einer Stunde abgeflogen.

Es wurde ein schöner Abendflug bei ruhiger Luft und schon nach 15 Minuten kam der kleine Flugplatz Serjodka in Sicht.  550 Meter Asphalt und nicht so ruppig wie die Piste in Pskov. Wir wurden herzlich empfangen. Es gab russische Suppen und Spezialitäten, Getränke, Kaffee und Kuchen. Viele freundliche Menschen begrüssten uns und wir fühlten uns sofort angenommen und ausgesprochen wohl. Die anderen Gruppen starteten bereits wieder, denn die Zeit drängte. Wir jedoch mussten alle noch tanken und bezahlten für Avgas umgerechnet 1.50.- und für Mogas 98 Oktan unglaubliche 60 Cent. Es fiel uns wirklich nicht leicht Abschied zu nehmen, aber die Sonne neigte sich bedenklich dem Horizont zu und wir mussten eilig zu unserer letzten Etappe des heutigen Tages aufbrechen.

Die Lichter von Veliki Novgorod kamen langsam näher und das wurde Zeit, denn nicht nur der unendliche Wald unter uns wurde immer dunkler, auch unsere Frontscheiben verschleierten sich zunehmend mit Einschlägen von Mosquitokörpern. Als wir um 22.25 loc auf der 2000m langen Piste von Veliki Novgorod aufsetzten fehlte nicht mehr viel zu einem IFR-Nachtflug. Viel später hätte es nicht mehr sein sollen. Jetzt wich alle Anspannung von uns und wir wurden von unseren Mitfliegern der anderen Gruppen und russischen Piloten, Fotografen und Zuschauern herzlich begrüsst. Die Flugzeuge wurden verzurrt und mit einem Bus wurden wir alle in unser Hotel gebracht. Kurz darauf trafen wir uns in einem typischen russischen Restaurant zum Abendessen. Die Tische bogen sich vor lauter feinen Spezialitäten. Jetzt war die Zeit reif für einen Wodka. Wir stiessen auf unser Abenteuer zusammen mit unseren neuen russischen Freunden an. Bald darauf, sichtlich erschöpft, aber überglücklich gingen wir zu Bett.

Nach einem guten Frühstück am Morgen holte uns ein Bus ab und die gesamte Mannschaft wurde zu den bekannten Kloster des heiligen Georg gefahren. Die gesamte Anlage am Ufer des Ilmensees ist sehr gut erhalten und schön, aber nicht übertrieben restauriert. Es ist ein ruhiger und beschaulicher Ort, an dem man die Seele baumeln lassen kann und an vergangene Zeiten erinnert. Unsere deutschsprachige Führerin erklärte uns eindrucksvoll die reiche Geschichte dieser ältesten russischen Stadt Veliki Novgorod und seiner Umgebung. Im westlich davon gelegenen Freilichtmuseum hatten wir die Gelegenheit ein wiederaufgebautes Dorf, einschliesslich seiner hölzernen Kirchen aus dem 12. bis 18. Jahrhundert, zu bewundern. Beeindruckend war die anschliessende Besichtigung des Kremels von Novgorod. Kremel heisst Festung und die Anlage mit samt seinen vielen alten orzhodoxen Kirchen, vermittelte einen guten Eindruck des alten Urrussland. Nach einem kleinen, feinen Mittagsessen brachte uns der Bus an den Flugplatz  von Veliki Novgorod. Wieder wurden wir von vielen interessierten Menschen und der Presse und TV erwartet. Einige Interviews wurden gemacht. Das Wetter wurde inzwischen leicht gewitterhaft. Zuerst mussten die Scheiben von den vielen Moskitos gereinigt und die Flugzeuge startklar gemacht werden. Dann gab es in einem Armeezelt ein ausführliches Briefing für Rollen, Start und Weiterflug nach Manushkino bei St.Petersburg. An- Abflugverfahren wurden genau besprochen. Manushkino hat eine befestigte, aber nur 450m kurze Asphalt-Piste mit einem kurzen, ca. 100 m langen, buckligen Grasstreifen. Es wurde entschieden, daß die jeweilige Gruppe im Abstand hinter dem Führungsflugzeug die Piste erstmal überfliegt. So konnte der Pilot selber entscheiden, ob er sich eine Landung zutraut oder nicht. Das Führungsflugzeug würde dann über dem Platz kreisen, bis der letzte Pilot der Gruppe gelandet ist. Traut sich ein Pilot die Landung auf dieser kurzen und sehr schmalen Piste nicht zu, würde er zum Führungsflugzeug aufschliessen. Dieser geleitet dann das Flugzeug zu einem Ausweichflugplatz mit 1500m Länge, ca 30km nördlich von Manushkino.

Unsere russischen Freunde waren sehr um unsere Sicherheit bemüht und haben dafür alle Hebel und Mühen in Kauf genommen.

Der Start verlief in bekannter Reihenfolge. Die Führungsflugzeuge der anderen Gruppen bestanden aus den Typen Bristell und Roko. Unterwegs standen einige heftige Gewitter und Regenschauer, die jedoch umflogen werden konnten. Richtung St.Petersburg wurde es jedoch immer besser und über Manushkino hatten wir „blue skies“. Klein und eng, aber sehr sympatisch zeigte sich der Platz. Alte Cessna 150 und ULs, hauptsächlich ein russischer Nachbau der CH 701 STOL beherrschten das Bild. Aber auch Sprühtrikes waren stationiert. Bis auf eine komplette Gruppe landeten alle Flugzeuge sicher in Manushkino. Zuerst war es vollkommen unverständlich, warum gerade diese Gruppe ohne Angabe von Gründen zum Ausweichflugplatz geleitet wurde. Durch hartnäckiges Nachfragen konnte ich später eine Erklärung dafür bekommen. Unsere schnelle Gruppe durfte landen und alle Piloten meisterten diese, nicht ganz einfache Aufgabe sehr souverän. Die kleinen, sehr schmalen Taxiways gingen nach dem Backtrack auf Brücken über zwei große Gräben, die sich gerade mal zwei Meter links von der Bahn befanden. Für die Beech und die Yak blieben rechts und links des Hauptfahrwerks nur einige Zentimeter Spielraum übrig. Großes Kompliment an die erfahrenen Piloten.

Es nahm einige Zeit in Anspruch bis auch die letzte Maschine an ihrem Standplatz angekommen war.

Der Empfang war überwältigend und sehr herzlich. Wieder fühlten wir uns sofort willkommen und freundlich angenommen. Sprachbarrieren gab es kaum und wenn doch, dann erledigte ein Gläschen Wodka schnell die erste Zurückhaltung. Sofort gab es wieder Interviews. Das Interesse der Presse war enorm. Alle freuten sich über unsere Mission als Beweis, daß doch die meisten Menschen in Europa positiv über Russland und seine Menschen dachte. Wir waren stolz darauf, daß wir es geschafft hatten das zu zeigen und daß die Resonanz auf unsere Mission zur Verbindung und des Verständnisses zwischen den Völkern so überwältigend war. Nach zwei Stunden kamen auch unsere anderen Freunde vom Ausweichflugplatz in Manushkino an. Sie waren sichtlich enttäuscht und etwas verwirrt. Ich bemühte mich den Grund dieses Vorgehens herauszufinden. Vladimir erklärte es mir so. Da es das allererstemal war, daß eine private Gruppe von Sportflugzeugen eine Einreise- und Landeerlaubnis auf mehreren russischen Flugplätzen genehmigt bekam, gab es auf jeden Flugplatz stille Beobachter, die den Auftrag hatten genau zu kontrollieren, ob alles korrekt und sicher ablief. Etwaige Fehlverhalten wurden sofort nach Moskau gemeldet. Diese Gruppe hatte ein paarmal die Abstände beim Start und der Landung nicht eingehalten und es wurde daraufhin entschieden, diese Gruppe aus Sicherheitsgründen nicht auf dem kurzen Airstrip landen zu lassen. Irgendwie verständlich. Das sahen dann auch die Mitglieder dieser Gruppe ein und so endete der Abend in gemeinsamer Freude. Glücklich stiegen alle in den Bus, der uns nach einer Stunde Fahrzeit in unserem Hotel in St.Petersburg absetzte. Russland ist halt nicht die EU. Die Bestimmungen unterscheiden sich, doch die Menschen sind die gleichen.

Endlich konnten wir etwas länger ausschlafen. Um neun Uhr ging es zu Fuß an eine Anlegestelle eines Tragflügelbootes das die gesamte Gruppe mit 70km/h zum 30km ausserhalb von St.petersburg gelegenen Schloss Peterhof, des Zaren Peter des Ersten bringt. Das Schloß liegt am finnischen Meerbusen und ist ein absolutes Muß für St.Petersburg Besucher.  Das Schloß ist beeindruckend und auch hier begleitete uns ein Fernsehsender, filmte unseren Besuch und wir mussten etliche Interviews vor der märchenhaften Kulisse des Schlosses bei warmen Frühlingswetter geben. Nach einem russischen Mittagessen stand eine Busfahrt mit Touristenführung der bekanntesten und schönsten Sehenswürdigkeiten von dieser historischen Stadt an. Man wird regelrecht erschlagen von den unendlich vielen historischen Gebäuden und Kulturdenkmälern. Unsere Führerin gab sich alle erdenkliche Mühe und redete ohne Unterbrechung. Heute war eine Ruhepause vom Fliegen angesagt und wir konnten nach der Busfahrt jeder für sich die Stadt erkunden. Viel zu kurz, aber das war ja auch nicht unser Hauptgrund unseres Russlandbesuches. Viele werden bestimmt nochmal wiederkommen. Unglaublich, bei bestem Sonnenschein liessen wir uns am nächsten Morgen mit einem kleinen Boot durch die vielen Kanäle des Venedig des Nordens schippern. Eine sehr gute Ergänzung zur Stadtrundfahrt im Bus. Dabei erfuhren wir, daß die Region St.Petersburg durchschnittlich nur 30 Sonnentage im Jahr hat. Unser Unternehmen stand also auch von höherer Stelle unter einem guten Stern, denn alle unsere Tage in Russland waren, abgesehen von einem Gewitterschauer schön. Mittags fuhren wir zum Flugplatz Manushkino. Zuerst mussten unsere Flugzeuge für den Rückflug betankt werden. Die Firma Heliflight hatte ihre mobile Tankstelle gebracht und es gab Avgas und Mogas zu sehr niederen Preisen. Danach wurde unser bannerflug vorbereitet. Das Wetter wurde wieder leicht gewittrig, hatte aber nach einem kurzen Schauer ein Einsehen mit uns. Unter begeisterten Blicken der Zuschauer und des TV zog die gelbe Piper das Banner mit unserem Slogan „Freunde treffen Freunde“ über die Umgebung des Flugplatzes. Nach der Landung überreichten wir zusammen mit Tassen, Aufkleber, Buttons und Urkunden dieses Banner unseren neugewonnenen Freunden. Sogleich wurde ein Gemeinschaftsfoto vor diesem Banner organisiert.

Einige Teilnehmer nutzten die Gelegenheit und die erfolgte Genehmigung für einen Flug über St.petersburg. Einabsolutes Highlight. Leider musste dieser Flug abgekürzt werden, wegen der dicken Schauertätigkeit über der Stadt. Gegen Abend überreichten uns unsere Gastgeber ihre Geschenke. Sie hatten ebenfalls eigene tassen, Aufkleber und Buttons entworfen und jedem teilnehmer wurde dieses Geschenk einzeln unter tobenden Beifall überreicht. Viele dankesworte wurden gesprochen und persönliche Geschenke überreicht. So manche Träne floß und unterstrich die Dankbarkeit und Freude über dieses aussergewöhnliches Ereignis. Der Abend wurde noch lang. Es gab viele Geschichten, Schaschlik vom Grill, Suppen, viele Snacks und den unvermeidlichen Wodka. Eine regel sollte man beachten. Nur Wodka und Wasser und dazu viele, vielleicht auch fettige Snacks. Dann ist das ganze halb so wild und man hat keine unangenehmen Nachwirkungen.

Am nächsten Tag war schon wieder die zeit des Verabschiedens und wir mussten früh zum Bus. Schliesslich wollten wir an diesem Tag noch bis Kaunas fliegen.

Auch das Wetter war traurig und so hatten wir zum erstenmal tiefe geschlossene bewölkung und Sichtweiten von teilweise weniger als 1km. Als wir die Stunde mit dem Bus zum Flugplatz fuhren, erfuhren wir, daß dieses Wetter für diese region ganz normal war und in der regel nach10-11h besser werden würde. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Am Flugplatz angekommen, sah es erstmal recht trostlos aus. An einen Start war nicht zu denken! Trotzdem wurde das genaue briefing gemacht und die Samoware angeheizt. Erst um 13h konnten wir als Gruppe eins bei noch tiefliegenden Wolken starten. Für manche war es schwierig, das Führerflugzeug zu sehen, aber dank des hervoragenden Briefings gelang eine genaue Streckenführung und nach 10 Minuten hatte jeder jeden in Sicht. Piero und Alessandro unsere beiden italienischen Pechvögel, die am Mittwoch nach St.petersburg mit dem Zug gekommen waren, wurden auf die russischen Führerflugzeuge verteilt. Wegen der kurzen Startbahnlänge konnten sie als zusätzliches Gewicht nicht bei den europäischen Teilnehmerflugzeugen mitfliegen. Der Flug ging knapp am Militärflugplatz Puschkin vorbei und nach einer halben Stunde besserte sich das Wetter zusehens. Bei wolkenlosem Himmel landeten alle Flugzeuge nochmals auf dem Flugplatz Serjotka zum Tanken und Essen. Wieder war alles liebevoll zubereitet und wir erkannten manch vertrautes Gesicht vom Herflug wieder.

Geordnet in Gruppen, wie immer starteten wir nach Pskov. Alles verlief ohne Probleme und sehr diszipliniert. Wir hatten jetzt ja genügend Übung. Der Empfang in Pskov, auch von den Militärs war jetzt wesentlich weniger distanziert. Viele lächelten und von einigen durften wir einen Händedruck mit einem freudigen „Spashibo“ – Danke mit auf dem Weg nehmen. Die Zollprozedur und Kontrolle war schnell und freundlich erledigt. Auch Ben, der Hund von Franz und Irena, durfte nach der Kontrolle seines Impfpasses Russland wieder verlassen. Wir verabschiedeten uns etwas wehmütig von unseren russischen Führerpiloten. Piero und Alessandro übernahmen ihre, wieder flugtüchtige RV6. Die Flugpläne waren genehmigt, sowohl von russischer, als auch von der EU-Seite.

Nacheinander starteten wir ein letztesmal in Gruppen. Unsere Gruppe wieder als Letzte. Eine kleine Verzögerung bedeutete die Landung einer Il76 und einer Antonov 26. Danach hob auch unsere Gruppe Richtung „Notar“, diesesmal unser Ausflugpunkt, ab. Etwas traurig, aber viel mehr glücklich sahen wir die letzten Häuser von Pskov hinter uns verschwinden. Russland, Danke! Wir kommen wieder! Auf dem Weg nach Kaunas, die Abendsonne im Rücken, funkten uns plötzlich Piero und Alessandro an. Sie haben ein ungewöhnliches Motorengräusch  und müssen auf einem kleinen Flugplatz in Litauen, kurz nach der lettischen Grenze landen. Oje, vom Pech verfolgt!

Um 21.30h local landeten alle anderen wohlbehalten in Kaunas. Unser zuverlässiger Kestutis stand schon bereit. Der Zoll sammelte die Pässe ein und regelte die unplanmässige Landung der Italiener. Es stellte sich heraus, daß die Geräusche von einer lockeren Auspuffschelle kamen und der Schaden schnell behoben werden konnte. Sie flogen am nächsten Tag direkt nach Olsztyn.

Ab Kaunas trennten sich wieder die Wege unserer Teilnehmer. Wir hatten noch genügend Zeit uns zu verabschieden, da am nächsten Tag eine Airshow am Flugplatz geplant war. Unser Massenstart, einer nach dem anderen musste pünktlich und zügig um 13h erfolgen. Unsere Flugpläne hatten jetzt verschiedene Destinationen. Wir flogen mit unserer Jodel nach Jelena Gora in Südpolen und besuchten einen Freund, bei dem wir am Abend den Grill anheizten und übernachteten. Ein schöner ruhiger Ausklang dieses erfolgreichen und schönen Unternehmens. Am nächsten Tag flogen wir bei teils sehr schlechter Sicht Richtung Bayrischer Wald. Eine starke Gewitterfront war angesagt. Trotzdem mussten wir eine Sicherheitslandung in Zatec / Tschechien vornehmen. Die Sicht von nur noch 1,5 km und unsere Flughöhe von 300ft war uns einfach zu unsicher. Nach einer Stunde Wartezeit und einer ausführlichen Wetterberatung starteten wir zum letzten Leg. Eine knappe Stunde bevor es richtig loslegte mit Blitz, Donner und Starkregen landeten wir fast zeitgleich mit der Grumman, die aus Olsztyn abgeflogen war, in Kempten.

Unsere mehr als erfolgreiche Mission der Menschlichkeit, gepaart mit einmaligen Flugerlebnissen wurde mit einem Allgäuer Flugplatzweizen abgeschlossen.

Mittlerweile sind alle Teilnehmer sicher auf ihren Heimatflugplätzen angekommen. Mehr als 20 Flugstunden liegen hinter ihnen. Manche mussten auf der Rückreise wetterbedingt ihr Flugzeug stehenlassen und mit dem Zug oder Auto heimfahren.

Die meisten Teilnehmer trafen sich als Fremde und wurden Freunde. Sie trafen in Russland auf Fremde, die wiederum zu Freunden wurden. So könnte es überall sein!

Gefunden bei: https://bumibahagia.com/2016/08/29/voelkerverstaendigung-flieger-kennen-keine-grenzen/