Leuchtturm Netz

Was hinter den Kulissen läuft

Samhain – das keltische Neujahrsfest

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der Weg ins Dunkel – gefunden bei Pixabay

Ganz egal ob man Samhain traditionell am 31.10. feiert oder am 11. Neumond NACH der Wintersonnenwende – dieser Tag ist ein perfektes Datum und eine echte Zeit der Chancen!

Jeder kann diese Zeit zu seiner persönlichen wichtigen Einkehrzeit nutzen, sich unterschiedliche Fragen beantworten…..Ich selbst habe seit ein paar Tagen das intensive Gefühl wieder meditieren zu wollen, mir begegnen auf einmal wieder alte Freunde, Kontakte von früher tauchen auf, Bilder und Erinnerungen an verstorbene liebe Menschen, Geschichten, Anekdoten und vieles mehr.

Sie sind da, unsere Ahnen, in dieser Zeit mehr denn je…..

Auf dem Weg sitzt der Hase und mein erster Gedanke war „Angsthase“, denn wir Menschen haben eine tief sitzende Angst vor dem Dunklen, dem Unbewussten. Doch hatte der Hase bei den Indogermanen die Bedeutung von Liebe und Fruchtbarkeit.

Für mich selbst hat das Symbol des Hasen sich stark gewandelt, seitdem ich bei einem Schamanen eine Sitzung hatte, der mir zu Beginn drei Fellchen zeigte, woraus ich eines wählen sollte……ich habe eine starke innere Beziehung zu Wölfen und wählte das Stück Wolfsfell. Er sah mich eine Zeitlang das Fell in der Hand halten und sagte dann „du brauchst was Anderes“ und warf mir ein kuscheliges Fellchen zu. Ich fragte „was ist das“ und er antwortete nur „Hasenenergie“ und grinste.

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Herbststimmung im Wald / Pixabay Fundstück

Die Jahre danach waren sehr intensiv und ich kann nur sagen, die Hasenenergie begleitete mich ganz still und leise, brachte Prozesse in Bewegung die ich mir nie zu träumen wagte…..es ging ans Eingemachte.

Doch wir wollen ja über Samhain uns kundig tun…..und die Fragen, die man sich in dieser Zeit stellen kann.
Was ist für mich die Dunkelheit und besitze ich in mir Dunkelheit oder Schatten?
Wie kann ich meine eigene Dunkelheit und meine Schatten erkennen, sie harmonisieren und in mein Leben integrieren?
Was in meinem Selbst muss nun in dieser Zeit sterben, damit etwas Neues geboren werden kann?
Wer bin ich in meinem tiefsten Inneren und wo komme ich her, wo gehe ich hin?
Was sind meine geistigen und energetischen Wurzeln?
Welche Botschaften haben meine Ahnen und die andere Welt für mich?
Wie eng bin ich mit dem Tod verbunden und wann beginnt erneut der Zyklus für einen „mystischen Tod“
Welche Ernte kann ich einfahren und WIE sieht diese Ernte aus? Habe ich alles, was ich ernten kann, geerntet? Bin ich zufrieden, mit dem was ich habe oder brennt in mir ein Loch der Habgier, welches mehr und mehr und mehr haben will? Wie kann dies es verschließen?
Wie kann ich in eine und in MEINE Unterwelt reisen, um zu erkennen, WELCHE Prinzipien es hier gibt? Welche Götter und Göttinnen mich begrüßen?

Für alle Fragen gibt es stets Antworten! Antworten sind aber KEINE Ausreden, denn in der dunklen Zeit wird man sich selbst sehr klar finden können! Ein jeder finde und erkenne SICH! Ein jeder erkenne, was man z. B. loslassen kann. Ein jeder kann erkennen und verstehen, dass ein Loslassen von Überflüssigem eine Wohltat ist! Ein jeder kann nun seine Konzentration aufs Wesentliche legen und eine Besinnung auf die eigenen Wurzeln fokussieren! Die Ehrung des eigenen Wesenskerns, der Abschied und das Opfer, die Kommunikation mit der Seele, die Arbeit mit den eigenen dunklen Aspekten UND die Konfrontation mit destruktiven Gefühlen sind alles nur Punkte auf dem eigenen Lebenskreis !

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Herbstnebel über den Feldern / Pixabay

Ob Samhain nun der Jahreswechsel oder die 3. Ernte ist …. es ist ein hoher Jahreskreistag, der die Zeit des Winters einleitet. Gott und Göttin ruhen in der Unterwelt, sodass die Natur jetzt das Winterkleid anziehen kann. Die Blätter fallen, die Schatten werden länger und länger und die kahlen Äste ragen in die Finsternis hinein und begrüßen die Vergänglichkeit. Wie jedes Jahr und auch in den kommenden Jahren sind viele Menschen gestorben, doch … der Tod gehört zum Leben, wie das Leben zum Tod! Es ist keine einfache Zeit für das Tagesbewusstsein, dennoch ist es eine Zeit, die einen viel geben kann. Es kommt die Zeit der Schatten, es kommt die Zeit die auf das innere Licht zuführt, es kommt das Licht zurück. Man kann nun wieder klar und deutlich erkennen, dass man nicht nur Licht und nicht nur Schatten ist – man ist beides … und alle Schattierungen, die zwischen diesen beiden Extremzuständen bestehen. So sind der Tod und auch das Leben ein Kampf und eine Befreiung. Lasst euch von eueren Schwingungen tragen und hört nicht auf Diejenigen, die sich ihre eigenen Taschen füllen und auf euren Rücken fetter und fetter werden. Steht auf und glaubt nicht den Lügen, dass sich das Kämpfen nicht lohnt. Die Existenz ist was sie ist, auch die Natur ist eingebunden in das Sein und Werden und Nichtsein.  Wer wahrlich mit der Natur agieren will, wer die Energie der Natur verstehen und verwenden will, darf keine Angst und keine Furcht haben,  die Ebenen Wandlungen zu beschreiten, wozu auch manchmal die Unterwelt gehört. Die Zeit der Felder, auf denen Kämpfe ausgefochten wurden ist vorbei und Ruhe kehrt ein. Eine Ruhe nach dem Leben und nach dem Lebenskampf, eine Ruhe vor dem neuen Leben und dem neuen Lebenserfahrungen !

Ich freue mich, wenn Ihr mitkommt, Euch aufmacht in diesen wichtigen Tagen um etwas Neues auf den Weg zu bringen! Erhebt eure Geister und reist in die Anderswelt! Hebt hinweg die Schleier, ehrt die Ahnen, genießt die Zeit der Einkehr und begrüßt die Dunkelheit, die, wie das Licht, zum Jahreskreis gehört! Es gibt hierbei kein „gut“ oder „schlecht“! Es ist die Natur, in und mit welcher wir leben! Die dritte Ernte ist da! Die Zeit des Chaos ist da! Die dunkle und stille Zeit ist da! Begrüßt diese Zeit, wie man jede Zeit begrüßen sollte – im Einklang mit Mutter Erde und Vater Himmel!

Kleines Ritual gefällig?
An diesem Tag ist das Tor zur Anderswelt geöffnet – dh. mit wem ihr auch immer in Kontakt treten wollt, Samhain ist der richtige Zeitpunkt. Doch, schützt und erdet euch gut. Entzündet abends eine oder mehrere Kerzen und gedenkt eurer Vorfahren. Wenn ihr Fragen habt, oder Botschaften empfangen wollt, so wendet euch einfach an die geistige Welt oder an eure verstorbenen Ahnen, sie werden euch bereitwillig Antwort geben, denn die „Kanäle“ sind in dieser Nacht besonders klar und offen.

Veranstaltet ein Festmahl mit euren Freunden und jeder soll Bilder seiner verstorbenen Verwandten/Freunde/Partner mitnehmen – gedenkt ihnen – ohne Wehmut (auch wenn’s manchmal schwer fällt), ladet sie ein sich zu euch zu gesellen und erinnert euch an gute, lustige Zeiten mit ihnen. Dankt der Natur und Mutter Erde für ihre Gaben und dafür, dass sie uns umsorgt und behütet. Gemeinsam könnt ihr dann das vergangene Jahr Revue passieren lassen und ein bisserl orakeln (Karten, Runen…) wie die nächste Zeit wohl werden wird.  Wenn möglich, lasst die Kerzen die ganze Nacht leuchten, so seid ihr geschützt und nur lichtvolle Wesen werden euch besuchen.

Man kann an dem Tag etwas ganz Besonderes zum Essen zubereiten und deckt einen Teller mehr für die Ahnen. Ich stelle in den letzten Jahren immer einen kleinen Teller nach draussen auf den Balkon oder in den Garten ( was leider in der Stadt wegen der Tauben nicht möglich ist ) Übrigens gibt es dieses Ritual auch im Vedischen, kenne es von Guru Purnima und anderen Festen.

Kerzen und Räucherungen aufstellen und Gräber schmücken wird von einigen Freunden gemacht. Man kann sich mit Runen oder anderen keltischen Orakelgeschichten beschäftigen, kann sich in tiefe Meditation begeben….

Früher wurde auch Vieh geschlachtet, welches schwach war und den harten Winter mit weniger Futter nicht überlebt hätte. Wir haben immer um diese Zeit herum geschlachtet und ich dachte, es läge daran dass es da schon kalt ist, damit die Lebensmittel nicht so schnell verdarben……aber wer weiss, vielleicht war auch nur ganz tief dieser alte keltische  Brauch in uns verankert.

Oder ihr geht an diesem Tag mit Freunden ausgelassen feiern und tanzt die Nacht durch……wer weiss, vielleicht hätten die Kelten es genau so gemacht 🙂

 

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Samhain, gemeinsamer Tanz ums Feuer / getanzt wurde bei Pixabay

 

Und eben flatterte mir noch ein wunderschönes seelenberührendes Buch zu, ganz frisch sozusagen, und ich merke dass die kleine Amalia einen Platz hier haben sollte……

„Amalia, die letzten Schläge sind Flügelschläge“ von Amalia und Katja Pesch / Verlag Garten Weden

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Autor: mariettalucia

ein Bäumle aus Moos gebastelt.....Friedenszeichen halt, so wie es richtig ist, so wie ein Baum wächst und nicht auf den Kopf gestellt wie üblich.......ich glaube die Friedensaktivisten benötigen einen kleinen Kurs in Biologie über das Wachstum von Pflanzen, Büschen und Bäumen......

4 Kommentare zu “Samhain – das keltische Neujahrsfest

  1. Ich persönlich halte mich an die Angaben zum Fest. Samhain ist demnach in der Nacht vom 3ten auf den 4ten Nebelung und nur weil ringsherum alle ein Fest feiern von dem sie keine Ahnung um das warum und woher haben, lasse ich mich nicht mitziehen.
    Eben eine Gegen-denStrom-Schwimmerin. 🙂

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    • Genau, Du sagst es…..
      Habe gestern auch meine Tür hier fest verschlossen gehalten, was die Kinders nicht davon abgehalten hat irgendwie ins
      Haus zu kommen und überall läuten zu müssen.
      Eine Freundin von mir aus dem Bayrischen Raum hat grosses Schild an der Gartentür geheftet, dass es bei Ihnen nix zu holen gibt.
      Und viele andere haben es ähnlich gemacht.

      Im Forum gestern gesehen und fand es herrlich….

      Danach kriegste nie wieder Besuch !

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  2. Schön. Sehr schön. Danke, Marietta.

    Bei dieser Gelegenheit fällt mir wieder auf, wie ich innerlich reagiere, wenn der Gedanke kommt: Oh ja, mach mit deinen Freunden auch ein Treffen, welches Ritual, Rituale enthält.

    Da habe ich eine angezogene Bremse, etwas, was mich daran hindert. Da ist eine Hemmung, eine solche Einladung auszusprechen.
    Würde ich Kurse geben, hätte ich diese Hemmung nicht. Das weiss ich definitiv.

    Hier ist alles anders. Nach und nach kommt Regen häufiger. Die Temperaturen bleiben annähernd gleich, in meinem Schlafezimmer im Schnitt bei 28 Grad.

    Jahreszeiten sind der Wunder voll. Sie sind lebendiger Wandel und gleichermassen verheissen sie Sicherheit, da der Viererturnus gewiss ist.

    Ich wage zu behaupten, dass Menschen, welche starken Wetterwechseln ausgesetzt sind, also weiter weg vom Aequator (Deutschland) oder und fern von Meereswinden (Moskau) leben, weniger zu Trägheit neigen, mehr zu Eigeninitiativen angeregt werden. Ist das nur ein schöngeistiger Furz von mir?

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    • Nee lieber Thom, das ist kein schöngeistiger Furz, sondern zeigt einfach nur wie fein Du wahrnimmst. Durch den Wandel der vier Jahresrythmen ist der Mensch gezwungen aktiver zu sein, denn er MUSS sich darauf einstellen, sonst hat er ein Problem.
      Entschliesse ich mich weiter Sommer haben zu wollen, dann kann ich einen ziemlich kühlen Arsch bekommen.
      Will ich weiter die Frühlingszeit beibehalten, wird’s mir irgendwann ziemlich heiss werden……und dickes Wintermäntelchen ist auch wenig zuträglich.

      Ich kann bei mir feststellen, dass dieses neue Verschwimmen der Jahreszeiten als nicht angenehm empfunden wird. Vielleicht liegt’s daran, dass ich halt in diesen Rythmus mich als Seele hineinbegeben habe, bin ja auch in der kalten Jahreszeit geboren…..

      Allerdings habe ich auch etwas Speck auf den Rippen, welcher mich gegen die kälteren Einflüsse ein bissl schützt 😉

      Danke für deinen schönen Kommentar hier.

      Liebs Grüssle
      dat Mariettalucialein

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