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Was hinter den Kulissen läuft

Tante Emma Läden – gibt’s die noch ?

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Tante Emma Laden in Bamberg – Fundstück bei Pixabay

JA, es gibt sie noch, auch wenn der Gesamtausdruck einer neuen, moderneren Version gewichen ist. Ich selbst kenne noch drei Varianten der kleinen Dorfläden, unsere Emma hiess Tante Frieda und ich habe ihren kleinen Laden noch gut in Erinnerung. Vielleicht setze ich mich demnächst mal hin und versuche ihn aufzuzeichnen.

Er war klein, sehr klein, ziemlich viele hohe dunkle Regale und es gab eingelegte Heringe, frisch gefangene Forellen, eingelegtes Sauerkraut und Schnibbelbohnen, grosse Fässer oder Tüten mit Zucker, Mehl, Salz, Haferflocken, Hülsenfrüchten, Rosinen, und mehr. Eine grosse Metallmilchkanne mit manueller Pumpe stand nebenan im Kühlraum, da gab es Frischmilch oder Buttermilch und auch grosse Stangen von Butter, von denen die Portionen abgeschnitten wurden. Joghurt gab es nicht, den machte man sich selbst zuhause als Dickmlich, und anstatt dessen gab es Schichtkäse, der eh viel besser schmeckt.

Ich schwelge grad in Erinnerungen, merkt’s ihr das… 🙂

Es gab in unserem Dorf damals 5 Lädchen, denn das Dorf verteilte sich auf zwei Hügel und dem alten Dorfkern am Fluss. Jetzt wird wahrscheinlich der einzige kleine Laden am Ort schliessen, da der Besitzer, ein alter Schulkamerad von mir, aus Gesundheistgründen aufhören muss. Dann gibt es nur noch einen kleinen Bäcker an dem Ort, der früher Scharen von Kurgästen und deren Angehörige beherbergt hatte, in dem Kleinbetriebe und ansässige bäuerliche eine reichhaltige Dorfkultur boten. Auch ein Lokal, geschweige denn eine kleine Dorfkneipe sind noch vorhanden.

Alles reduziert auf null, die Jugend geht heutzutage lieber gemeinsam „chillen“ fahren viele Kilometer um zur nächsten Grosstadt zu kommen, wo der Bär los ist. Manchmal glaub ich das Ganze hört erst auf, wenn die Möglichkeiten der Mobilität so eingeschränkt sind, dass man sich wieder auf gemeinschaftliche Aktionen vor Ort focussieren muss.

Bei meinen Recherchen nach Dorfläden im Bundesgebiet, bin ich auf eine schöne Seite gestossen, die den Bereich Rheingau, Taunus, Eifel und Westerwald mit abdeckt und öffentlich macht.

Nach der Gurkenaktion vor einigen Tagen, und dem feststellen müssen, wie stark doch auch unsere Genossenschaften durchdrungen sind von den Monopolisten im Lebensmittelbereich, kann ich nur jedem raten, sich an solchen Läden zu beteiligen.

Sei es in Form von Einkäufen ( am Besten mit einer gewissen Vorbestellung, damit der Händler kalkulieren kann ) oder aber mit dem früher gut funktionierenden Genossenschaftsprinzip, welches sich leider heutezutage auch den Machtansprüchen der Konzerne zu Füssen legt.

Man könnte auch einen Lebensmittelverein oder eine Stiftung gründen, bei dem Jeder einen kleinen Mitgliedsbeitrag leistet und dementsprechend mit kleinen MitgliedsProzenten einkaufen kann. Man wird sozusagen Miteigentümer des Ladens und hat dadurch ein anderes Interesse als der übliche Kunde.

Man ist eben kein üblicher Kunde dann mehr.

 

 

Klar sollte auch dabei sein, dass die Geiz ist geil Mentalität keinen Platz hat, denn einen kleinen Betrieb heutzutage aufrecht zu erhalten, das benötigt nicht nur Zeit, sondern auch finanziellen Aufwand mit vorausschauender Kalkulation.

Thom berichtet auf Bumi Bahagia immer von den kleinen Feuern, dieses ist so ein kleines Feuerchen.

Aufbau von Dorfläden im Rheinland, Taunus, Westerwald und Eifel

Und wer Interesse hat zu wissen, wo es in der eigenen Region kleine Dorfläden gibt, vielleicht auch Hofläden, dem möchte ich dieses Netzwerk zur Verfügung stellen. Es kostet allerding Gebühr zum Runterladen, denke mir, damit finanzieren sie sich grösstenteils.

In diesem Video wird ein Dorfladen vorgestellt, wie es gehen kann, wenn sich eine Gemeinschaft hinter diese Kleinladenbesitzer stellt.

Ich denke es geht noch viel mehr….doch all sowas sind die kleinen Feuer, die unsere Gesellschaft braucht.

 

 

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4 Kommentare zu “Tante Emma Läden – gibt’s die noch ?

  1. Hierzulande heissen sie einfach „Dorfkonsum“ – was sich gleichbleibt. Früher hatte jedes Dorf einen, heute leider nicht mehr. Diese kleinen Läden bieten doch vielmehr als nur die Versorgung.

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  2. Pingback: Die kleinen Feuer / Der Tante Emma-Laden der Vergangenheit und der Zukunft « bumi bahagia / Glückliche Erde