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Masleniza – Butterwoche -der russische Karneval

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Masleniza Blinis zum Karneval in Herzform – gefunden auf Pixabay

Habt ihr schon mal was von Masleniza gehört ? Nein ? Ich bis eben auch nicht….

Da hat mir ein russischer Freund von Masleniza berichtet und den leckeren Blinis die es dann gibt. Ich wollte etwas mehr darüber wissen und machte mich mal auf die Suche nach Masleniza, und wurde fündig.

 

Masleniza – Butterwoche – Russischer Karneval

Die Masleniza (wörtlich Butterwoche) gehörte zu den lustigsten und fröhlichsten Festen in Russland. Seit einigen Jahren wird sie wieder in Russland gefeiert. Die Masleniza dauert immer eine ganze Woche und gilt als die Vorbereitung auf die heilige Fastenzeit vor Ostern, die gleich anschließend beginnt.
Früher wurde im Russischen diese Woche Сырная седмица (wörtlich Käsewoche) genannt, weil in dieser Woche viele Milchprodukte verspeist werden, vor allem die russischen Pfannkuchen „Blini“.

Masleniza aus der Sicht der Kirche

Diese Woche soll der höheren Philosophie der christlichen Religion gelten – man soll sich mit allen nahe stehenden Menschen versöhnen, jede Form der Beleidigung vergeben und sich auf den asketischen Weg zu Gott vorbereiten – für diese Idee steht im orthodoxen Glauben die Masleniza. Masleniza ist die Zeit, in der man sich gut und nett mit Nahestehenden, Freunden und Verwandten unterhalten soll. Kurz gesagt, Masleniza ist traditionell die Zeit, in der man zu Gast ist und zusammen bei Tisch sitzt.

Soviel zum religiösen Teil der Masleniza.

Volksbräuche

Viel interessanter sind die alten Volksbräuche, die sich aus der Überlieferung erhalten haben und heute wieder zu neuem Leben erweckt werden. Viele dieser Bräuche sind direkt mit der Landwirtschaft verbunden und sollten ein gutes Erntejahr sichern.

Bis 1492 wurde in der alten Rus das neue Jahr ende Februar mit dem Geburt eines Kalbs gefeiert, damit die Kuh auch Milch gab. „Steht die Masleniza auf der Straße, zieht sie dem Winter die Füße weg“ – war eine der Volkswahrheiten in dieser Zeit. Der lang andauernde Winter, der wie ein Brett vor der Sonne stand, sollte durch den warmen Ofen und die gelben runden Blini (russische Pfannkuchen, s. Bild recht) symbolisiert werden und der Winter sollte durch Feuer und das Verbrennen von Strohtiere ausgetrieben werden.

Nicht überall wurden Strohtiere verbrannt, dies war eher typisch für Mittelrussland und Südrussland. Im Moskauer Gebiet wurde ein Frauenkleid mit Stroh gefüllt und angezündet und im Gebiet Pskov wurde ein Fellmantel über das Stroh gezogen. Den ganzen Tag verbrachte man auf der Straße mit Spielen und bei Einbruch der Dunkelheit wurde die Figur ertränkt oder verbrannt.

Butterwoche im Überblick

Diese ganze Woche ist eigentlich ein einziges Treffen zwischen Verwandten: Schwiegereltern besuchen einander, die Schwiegermutter richtet für ihren Schwiegersohn ein richtiges Fest aus und zwei Tage später lädet der Schwiergersohn seine Schwiegermutter zu sich zu Blini ein, und am Ende muss die Frau noch den Schwestern ihres Mannes Geschenke machen!

Der erste Tag von Masleniza, der Montag, wurde „Tag des Treffens“ genannt, da die Ehefrau, die früher gewöhnlich im Haus ihres Mannes gewohnt hat, wieder ins Haus ihrer eigenen Eltern zog. Dort sollte sie bei der Hausarbeit helfen, da die Eltern ihres Mannes, dort Abends zu Besuch kommen würden.

Der zweite Tag von Masleniza, der Dienstag, wurde „Spieltag“ genannt. Das Spazieren auf der Straße begann und ein Eisschloss musste im Sturm genommen werden (als Symbol für die letzte Unterkunft des Winters), auch Masken bzw. Kostüme wurden angezogen.

Am Mittwoch, am dritten Tag, lud die Mutter der Ehefrau den Schwiegersohn zu Blini (Pfannkuchen) ein. Ihn vorher zum Essen einzuladen galt als ruinös, da sie ein richtiges Fest ausrichten musste. Es wurden große und kleine Blini gebacken und mit Milch und Schmand, Hering und Kaviar gereicht.
Das Rezept der Pfannkuchen finden Sie im Artikel „Blini – russischer Pfannkuchen“.

Der große Donnerstag, der vierte Tag. Hier wurde im großen Stil auf der Straße gefeiert, wurde die Strohfigur auf einem Wagen herangefahren, Schlittenfahrten, Gesang und vieles mehr fand statt, die Traditionen richteten sich nach dem Geschmack des Volkes, wie Boxen oder Pferderennen.

Am Freitag, dem füften Tag, lud jetzt der Schwiegersohn seine Schwiegermutter zu Blini ein.

Am Samstag, dem sechsten Tag, musste die Frau den Schwestern ihres Mannes die Geschenke machen. An diesem Tag wurden auch Strohfiguren verbrannt, damit der Winter sicherlich nicht zurückkommt.

Der letzte Tag von Masleniza war Sonntag und nannte sich „Verabschiedung und Vergebung“. Auf den Eisflächen wurden Feuer entzündet, um den Winter zu vertreiben, so dass das Eis schmolz und nicht zurückkehren konnte. An diesem Tag werden auch alle um Vergebung und Entschuldigung gebeten.

Masleniza im Laufe der Geschichte

Im 17.-19. Jahrhundert gehörte die Masleniza zu den beliebtesten Feiertagen in Russland. Auch in der Literatur dieser Zeit findet man zahlreiche Beschreibungen des Festes.

Da Masleniza aber religiöse Hintergründe hat, wurde es 1917 in der ehemaligen UdSSR abgeschafft.

2002 kehrt Masleniza offiziell nach Moskau zurück!

Rund um die Wörter

In der russischen Sprache wird die Mutter der Braut vom Schwiegersohn und dessen Familie als тёща [tjoschtschja] bezeichnet, während die Mutter des Ehemannes von der Familie als свекровь bezeichnet wird. Eine einheitliche Bezeichnung einfach als Schwiegermutter, unabhängig zu wem sie gehört, wie in der deutschen Sprache, ist in Russland bis heute nicht üblich. (S. Wortschatz zum Thema)

Auch heute existiert im Russischen eine feste Wendung: „к тёще на блины“ (wörtlich: zur Schwiegermutter zu Blini fahren), was von der Tradition, während Masleniza die Mutter der Ehefrau zu besuchen, stammt.

Mehr über Pfannkuchen, inkl. wie man sie vorbereitet, erfahren Sie aus dem Artikel „Blini – russischer Pfannkuchen“.

 

Diesen schönen Artikel habe ich gefunden auf folgender Seite, bei der man auch russisch online lernen kann…..Russian Online Net

Und hier einige Eindrücke von Masleniza 🙂

 

 

 

 

 

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2 Kommentare zu “Masleniza – Butterwoche -der russische Karneval

  1. So ist es leider Piet, und der Kahane Haufen denkt sich gerade neue, zusätzliche Bevölkerungsdiskriminierungsspiele für die Deutschen aus…..

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  2. Liebe ML, vielen Dank für das schöne Fundstück.

    Die Pflege von wirklichen Traditionen aus dem Volk stärkt die Wurzeln und die Herkunft und bietet Identität und Selbstbewusstsein. Dadurch wird die Anfälligkeit für Manipulationen und damit die Versklavung des Volkes wie bei uns verhindert.

    Deutschland ist durchseucht von gewaltbereiten Antifa-Bettnässern, bezahlt und gesteuert von Schein-Regierungsorganisationen wie dem Kahane Haufen.

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