Leuchtturm Netz

Was hinter den Kulissen läuft

Singen ist ein Kulturgut – in allen Kulturen – möge sich wieder gemeinsames Singen kultivieren

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music-1781580_640Bei meiner Suche nach schönen Stimmen musste ich zu meinem Bedauern feststellen, dass es kaum Aufnahmen bei youtube gibt, die die traditionelle Form des Singens von altem Liedgut in Gemeinschaft bei uns zeigt.

Entweder trauen sich die Menschen nicht mehr es zu singen oder aber es wurde gelöscht. Es gibt massenweise Medienaufzeichnungen vom Musikantenstadel und ähnlichen organisierten und präparierten Sendungen, bei denen die musikalisch Darbietenden eher ins Lächerliche gerückt werden anstatt sie so zu zeigen, wie sie traditionell üblich sind.

Singen ist wie ein Baum der lebendig wird und viele bunte Notenblätter bekommt, wenn Menschen zusammenkommen und sich einstimmen auf die Lieder. In Irland findet man das Singen und Musizieren überall, es wird oft gesungen in den Lokalen, auch heute noch; die Iren lassen sich dieses nicht nehmen, auch die jungen Iren nicht. Die Früchte des Singens sind dann die Begeisterung, das Gemeinschaftsgefühl und die Präsenz derer, die diese Lieder irgendwann mal erschaffen haben……selbst wenn sie schon lange Zeit nicht mehr unter uns weilen. Es wird altes Kulturgut gepflegt und gelebt !

Singen ist gesund für unseren Körper als auch unseren Geist. Singen belebt den Körper mit Sauerstoff, man bekommt automatisch eine tiefere Atmung und die Zellen werden mehr und besser mit Sauerstoff versorgt, es werden Endorphine ausgeschüttet, besonders beim Chanten spiritueller Lieder oder beim Obertonsingen. Das Gruppengefühl tut sein Übriges…somit kann Singen so etwas wie Medizin sein. Singen benötigt nicht viel, nur ein Wissen der Texte und Melodien…..vielleicht nimmt man sich einen Eimer und trommelt darauf den Takt, oder aber man bastelt sich selber eine Rassel zusammen, aus Joghurtbechern, gefüllt mit Erbsen, Linsen, Reis…..unterschiedliche Gläser, mit Wasser gefüllt geben unterschiedliche Klänge, die Möglichkeiten sind vielseitig. Oder man macht Geräusche selber, wie a capella Gruppen es schon immer gesungen haben.

Als Kind mochte ich die Adventssonntage bei denen ein gewisser Elmar Gunsch seine Sendung „Weihnachten in den Bergen“ ( so hiess sie glaub ich ) moderierte. Ich freute mich auf die Berghütte, wo alle beisammen sassen, Zither spielten und miteinander sangen und zwischendrin ihre Geschichten aus der Bergwelt und dem Leben erzählten……es war so „heimelig“ irgendwie.

Ich mochte die schönen Trachten der Frauen, fand die Männer mit ihren Gamsbarthüten witzig, hatte vor Allem eine Vorliebe für die Zither.

Mein Opa Karl hatte eine Zither. Er konnte keine Noten lesen, aber es gab damals ein grosses Blatt Papier, was man unter die Saiten legen konnte, darauf war ein Punktsystem aufgezeichnet, dem man folgen musste…..und schon konnte man, auch als Laie etwas spielen. Es gab ca. sechs Weihnachtslieder und noch einige Volkslieder und es war eine besondere Freude wenn Opa Karl seine Zither hervorholte und darauf zupfte, und wir uns im Singen übten…..manchmal auch etwas schräg 😉

Und Oma und Mutti erzählten davon wie sie früher sich mit Freunden und Nachbarn zum gemeinschaftlichen Spinnen getroffen haben. Beim Spinnen wurde geschnuddelt und getratscht, ein bissl über die Zukunft „gesponnen“ als auch viel gesungen…Jeder brachte etwas mit, Kuchen, Kekse, ahle Wurscht und Brot, es gab den guten Lindeskaffee zu trinken, manchmal auch einen Wacholderschnaps oder selbst „Aufgesetzten“ und wenn die Hühner gut gelegt hatten sogar ’nen Eierlikör 🙂

Hier folgen gleich nun etwas bayrische Zithermusi und Gesang…..war gar net so einfach was zu finden ausser dem üblichen Musikantenstadlgedöns, ganz zu schweigen von liebevoll gesungenen Volksliedern. Nach fast einer Stunde habe ich auch noch dies hier gefunden…..da möchte ich gern mitsingen.

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und was aus dem schönen Tirol, echte Hausmusi….

 

 

 

 

 

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