Leuchtturm Netz

Was hinter den Kulissen läuft

Die wundersame Wandlung des kleinen Baumes Birke…

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leaf-1359039_640Heute möchte ich mal nix Politisches, nix Gesundes, nix Witziges, nix Altes schenken, sondern eine kleine Geschichte, die ich vor einigen Jahren einem Freund zu Weihnachten geschenkt habe.

Im Laufe der Zeit wurde sie ein wenig verändert, wurde neu gestaltet und ich möchte Euch jetzt ein bissl die Vorweihnachtszeit damit verschönern.

Ich bitte darum, dass diese Geschichte nicht ohne mein Einverständnis kopiert wird. Sie hat eine ganz besondere Bedeutung für mich…..

Danke für euer Verständnis.

Die wundersame Verwandlung des kleinen Baumes

Es war einmal ein kleiner Birkensame, der im heftigen Herbststurm durch die Lüfte flog, um seinen Platz zu finden. Er ließ sich nieder inmitten eines kleinen Waldes, der noch relativ unberührt von den schädlichen Hinterlassenschaften unserer Zivilisation war. Der Same verwurzelte sich in dem lockeren Waldboden, reckte und streckte sich täglich und wuchs heran zu einem stattlichen Bäumchen.  Er hatte genügend Licht und Wasser, wurde Jahr für Jahr größer und freute sich darauf, irgendwann seiner Bestimmung zugeführt zu werden. In den lauen Sommernächten unterhielt er sich mit den anderen Bäumen darüber, wie denn seine Bestimmung aussehen könnte. Er hatte viele Ahnungen, aber keine klaren Vorstellungen, denn auch die alten Bäume wussten es nicht. Sie vermittelten ihm aber, dass egal welchen Weg er gehen würde, es der richtige Weg für ihn wäre. Im Laufe der Jahre wuchs er mit seinen Freunden zu einem stolzen, aufrechten und wunderschönen Baum heran, unter den die Menschen sich gern setzten um auszuruhen und Gespräche über das Sein und Werden zu führen. Waldbesitzer und Förster kamen ab und an vorbei und schauten ob es ihm gut ging, er genügend Licht und Wasser hatte und achteten auf die Qualität seines Holzes.

leaves-1819635_640So gingen die Jahre dahin, die Jahreszeiten wechselten sich ab und selbst der Winter zog unserem Birkenbäumchen ein schönes Gewand über.

Eines Tages kam ein Förster und markierte die Bäume in seinem Wäldchen und auch unser kleiner Baum bekam ein Zeichen. Ihm wurde ganz kribbelig zumute. Eine ungewohnte Freude überkam ihn und er wusste, dass er jetzt seinen Weg gehen musste. Die alten Bäume freuten sich mit ihm und gratulierten ihm zu dieser ehrenvollen Auszeichnung, die wirklich nicht jedem im Wald zuteil wurde. Ein paar Wochen später wurde es dann ziemlich laut im Hain.

Es rollten Waldfahrzeuge an, Arbeiter mit großen Sägemaschinen  wuselten hin und her und auch der Förster war mit anwesend. Er überwachte das Fällen der markierten Bäume, achtete auf saubere Schnitte und einen pfleglichen Umgang mit ihnen, bis es dann endlich losging.                                                                                                                                                                            Bald danach wurden die Baumstämme auf große Transportanhänger geladen, die durch den Wald rumpelten, über verwurzelte Feldwege und Straßen  fuhren und unserem Baum ganz neue Welten zeigte. Er hatte Glück gehabt, denn er bekam einen Außenplatz und blinzelte immer wieder zwischen den anderen Baumstämmen hindurch, denn so viel Spannendes gab es zu sehen.  Irgendwann hielt der Transporter an und unser Baum sog tief den Duft ein, der über diesem Ort lag. Es war eine Holzfabrik, in der feine Holzarten verarbeitet  und danach zu Handwerkern in der Umgebung verkauft wurden.

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Prüfende, kundige Hände glitten über seinen Stamm, und man begutachtete die Jahresringe, die Festigkeit und Dichte seiner Struktur, seine Rinde und dann ging es hinein auf die Werkbank. Nun wurde ihm doch ein wenig bange. Er hatte Angst, und es tat schon ein bissl weh !  Doch er ahnte, dass etwas ganz Schönes auf ihn wartete….

Er wurde in viele dünne Scheiben und Stücke geschnitten, die den Menschen zeigten wie schön das Holz war. Man sah die kunstvollen Zeichnungen im Holz, konnte erahnen wie wohl der Baum sich gefühlt haben musste in seinem Wald, in dem er gute Nahrung von Mutter Natur erfahren hatte.  Irgendwann wurde er mit vielen seiner alten Freunde erneut verpackt und ab ging’s auf die nächste neue Reise……

Schon am nächsten Tag kam er in die Hände eines Mannes, der kleine und große Weihnachtspyramiden anfertigte….und dieses Jahr hatte er sich eine besonders Große ausgedacht, bei dem ihm all seine Lehrlinge halfen. Sie begannen alsbald zu planen und zu sägen. Man hörte das Feilen, Schleifen und Polieren viele Nächte lang.  Sie zeichneten Muster, sägten erneut, steckten zusammen, prüften nach und standen dann mit glänzenden Augen vor ihrem Kunstwerk  und waren begeistert:  „So eine schöne Pyramide hat sicherlich noch niemand gebaut !“

Unser Baumholz bewunderte alles und fragte sich im Stillen, wie es wohl jetzt ausschauen mag.  Sein Blick fiel auf ein großes Atelierfenster, in dem sich das Kunstwerk wiederspiegelte…..unser alter Baum erkannte es nicht mehr wieder.  Es war ein ganz neues Wesen aus ihm geworden, er war ein Teil dieser Handwerkerkunstwerks und doch wohnte in ihm noch immer der Geist des Waldes.  christmas-pyramid-70219_640

Er und seine Freunde wurden auf dem Weihnachtsmarkt  einer kleinen, verschneiten Stadt aufgestellt und erfreuten die Menschen mit ihrem hellen Licht und dem schönen Aussehen. Aus den vielen kleinen Teilen des Holzes wurden kleine Pyramiden, Kerzenleuchter und Baumschmuck gestaltet, wie kleine Herzen aus Birkenrinde……..und als dann abends die Kerzen brannten, die Figuren sich dazu im Kreis drehten, um vom Licht zu erzählen, zusammen mit der festlichen Stimmung und den leuchtenden Kinderaugen…….da fühlte sich die Seele des kleinen Baumes im Holz so wohl und zuhause wie damals, als er noch in seinem Wald stand.

Wer weiß, vielleicht habt ihr ja Lust das nächste Jahr einen Ausflug in die Heimat des kleinen Birkenbaumes zu machen……wenn es sowas dann überhaupt noch gibt, sind sie doch immer noch ein altes Kulturgut unserer Heimat, eine liebevolle Arbeit der Menschen hier in diesem Land, die eine Verbundenheit zu alten Traditionen haben. …….und denkt an den kleinen Baum und seine Freunde, die darin noch  innewohnen.

Ich wünsche Allen eine schöne, lichtvolle Weihnachtszeit……                                          Copyright  /  Mariettalucia

 

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 Reinigung, Erneuerung, Neuanfang – Neue Ideen, Neue Energien, Leichtigkeit, Helligkeit, Loslassen, Selbstvertrauen, Neue Chancen und Möglichkeiten, Elan, Seelisch-geistiges Wachstum, Geduld, Erfolg

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2 Kommentare zu “Die wundersame Wandlung des kleinen Baumes Birke…

  1. Ja Piet, und mehr denn je finde ich das Thema des Kultivierens alter Traditionen und Bräuche wichtig.
    Es folgt demnächst noch ein Beitrag von mir über die Rauhnächte…..

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  2. ML,

    schön, dass Du an die Verbundenheit der Menschen mit der Natur erinnerst, hier speziell mit den Bäumen. Die großen Keltischen Hochkulturen hier in Mitteleuropa hatten einen ganz besonderen Bezug zur Natur, der sie gestärkt und wieder „geerdet“ hat.

    Die Erinnerung an diese Wurzeln sehe ich an verschiedenen Stellen wieder aufblühen, nachdem die alte und kraftvolle Kultur durch die Römer vom Süden her, vom Norden von den Germanen her vordergründig vernichtet wurde.

    Aber sie ist noch vorhanden, in den Genen oder in wie auch immer gearteten Verbindungen zu unseren Ahnen. Sie zeigen sich hier und dort als kleine, zarte Pflänzchen, die es wieder zu re-kultivieren gilt.

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