Leuchtturm Netz

Was hinter den Kulissen läuft

Macht der Frauenärzte und der verschwindende Beruf der freien Hebammen

Schild 88 - Hebamme

Bin eben bei Valkyrja auf einen Bericht über einen Frauenarzt aus England gestossen, der das „Wunderwerk“  der alten Hebammentechnik versteht, nämlich  ein Ungeborenes das sich in Steißlage befindet, im Mutterleib drehen zu können, so dass eine natürliche Geburt möglich ist.

Das wiederum liess mich aufhorchen und nachdenklich werden.

Oft kommt mir die Medizinerriege vor wie ein Kuckuck, der seine Eier in ein anderes Nest legt, sie ausbrüten lässt und dann als als eigenes Produkt verkaufen will…..Die Geburtshilfe ist ein Zweig davon und ich nehme zusehends wahr, wie stark damit ein gesamter Berufszweig, der seit Jahrhunderten gute Arbeit geleistet hat, damit zerstört wird.

Es ist unendlich traurig für mich, das mit anzusehen.

Die Entscheidung, sich für Zuhause oder Klinik zu entscheiden, ich glaube die fällt allen Müttern nicht leicht und wenn eine Problematik wie Beckenendlage dazukommt, wird es besonders schwierig.

Früher, bevor den Hebammen ihre Professionalität von den Herren Medizinern abgesprochen wurde (ich sage extra Herren Mediziner, da die wenigen Frauen in dem Bereich nur für ein gutes Bild nach aussen dabei sind) , beherrschten die Hebammen genau diese Technik und wandten sie an….sie radelten zu den Gebärenden hin oder auf ihrem Moped, auf dem Lande mehr als üblich, versuchten zuhause den Frauen so viel Entlastung als nur möglich zu geben, wandten naturheilkundliches Wissen an und bevor der Arzt eintraf, war oft schon das neue Leben geboren. Natürlich gab es auch kompliziertere Geburten, aber da kannte man dann doch oft nur die Kaiserschnitt Variante. Doch weiss ich von zwei Hebammen, deren Mütter ebenso Hebamme waren, dass weniger Dammschnitte gemacht wurden, wenn der Arzt nicht vor Ort war, als auch weniger Kaiserschnitte, da die Hebamme es immer irgendwie hinbekommen hat. Und auf dem Land, da brauchte der Krankenwagen damals schon gut ein bis zwei Stunden, bis er mit dem Arzt vor Ort war…….

……..all das hat sich leider zum Negativen hin gewandelt

Jetztzeit: Hebammen werden mit hohen Versicherungsgebühren gezwungen ihren guten persönlichen und fachlichen Beruf in Geburtshäusern und bei den Entbindenden zuhause, aufzugeben und müssen sich wieder in Kliniken versklaven lassen.
Es gibt kaum noch Geburtshäuser, da sie nach vielen Jahren guter Arbeit und vielen zufriedenen Müttern und Vätern jetzt massiv an ihrer Existenz herumzuknapsen haben.

Das Ergebnis davon ist, dass immer mehr Geburten in den Kliniken entweder verzögert oder aber schneller eingeleitet werden, damit es in den Betriebsablauf der Institution oder des diensthabenden Arztes passt…..und so eine Drehung aus der Beckenendlage lässt sich mal eben nicht ruckzuck machen, sondern benötigt Feingefühl und Sensibilität des Ausführenden, um die Gebärende nicht noch mehr unter Stress zu setzen.

Es ist schon toll was dieser Arzt anwendet, aber deshalb möchte ich jetzt nicht unbedingt ihn nur loben, sondern diejenigen ehren, die dieses Wissen den Ärzten überhaupt vermittelt haben. Es ist wichtig dass dieser Berufszweig erhalten bleibt, dass Hebammen nicht in Kliniken ausgebeutet und klein gehalten werden, so wie es mit anderen Gesundheitsberufen schon längst ist. Hebammen müssen ihre Wertigkeit behalten und dürfen nicht von der Bildfläche verschwinden, auch wenn eine grosse Medizinerlobby das im Focus hat.

Mögen sie ihre Kraft und Wissen weiter anwenden und das Thema der Geburtshilfe ein vertrauenvolles Zusammenspiel von beiden Berufszweigen sein…..denn es geht um Menschen die gut betreut werden wollen, um neues Leben , welches auf eine entspannte und natürliche Art und Weise auf die Welt kommen möchte.

Sich gegenseitig nicht wertschätzen in dem was seine persönliche Professionalität ausmacht, daran krankt unser gesamtes Gesundheitswesen.
Wer glaubt dass Frauenärztinnen anders sind sind, der irrt.  Frauenärztinnen müssen, um überhaupt in der „Männerriege“ bestehen zu können, sich anpassen, ansonsten haben sie schon verloren.
Ich kenne einige Ärztinnen, die dermassen unsensibel und hart waren, schlimmer als der männliche Kollege. Als ich mal nachfragte, warum sie so hart und ohne Verständnis für die Frauen sei, da antwortete sie, dass sie so sein müsse, sonst könne sie ihre Zeit in der Klinik nicht durchhalten, und sie wolle doch ihre eigene Praxis hinterher haben, die sie aber nur bekommt, wenn sie die Zeit in der Gynäkologie nachweisen kann.

Ich habe da ein gutes Buch dazu damals in den 80igern gelesen, es hiess „die Macht der Frauenärzte“

Es war eine Zeit lang nur schwer erhältlich, ist wohl jetzt wieder neu aufgelegt worden. Deshalb hier auch ein link, wo es noch gebrauchte Bücher gibt; meines ist leider schon fast auseinandergefallen, da ich es so oft an Menschen verliehen hatte.

Wer Interesse hat kann es sich neu bestellen, über Amazon

die Macht der Frauenärzte

ich bevorzuge jedoch, wenn möglich andere Quellen zu benutzen, hier bei buecher.de

die Macht der Frauenärzte

 

Hier ein Auszug aus einer medizinischen Seite, was die Technik angeht

Wendung des Kindes mit äusserer Hilfe
Hat sich das Baby bis zur 37. vollendeten Schwangerschaftswoche nicht spontan in die richtige Gebärposition (Kopf voran) gedreht, kommt unter Umständen auch eine äussere Wendung des Kindes in Frage. Ob diese Möglichkeit besteht, hängt von verschiedenen medizinischen Vorbedingungen ab, vor allem davon, ob allfällige Risikofaktoren ausgeschlossen werden können. Eine Wendung kann versucht werden, wenn Ihr Kind normal gross und gut proportioniert ist, die Fruchtwassermenge ausreicht, die Plazenta günstig liegt und Sie keine Probleme während der Schwangerschaft und keine Operationen an der Gebärmutter hatten. Letztlich entscheiden aber Sie darüber, ob Sie den Eingriff durchführen lassen möchten. Bei Mehrlingsschwangerschaften ist eine Wendung nicht möglich.

Hier geht’s zum Video bei youtube

erfolgreiches Drehen vom Kind im Mutterleib

 

Ich hoffe und wünsche mir, dass weiterhin der wertvolle Beruf der Hebamme unser Gesundheitswesen bereichert. Dafür müssen aber alle etwas tun, nämlich den Hebammen das Vertrauen schenken und Mediziner mit ihrer auf Funktionalität, Effizienz und Planbarkeit bedachten Geburtshilfe kritisch in Frage gestellt werden.

Möge es Wirklichkeit sein, damit viele neue Wesen eine gute Ankunft haben.

 

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